
Millionen Menschen unterziehen sich mittlerweile in Deutschland jedes Jahr einer Akupunkturbehandlung. Die Mehrzahl der Schmerzkliniken setzt Akupunktur bei ihren Behandlungen ein. Bis vor kurzem noch als Außenseitermethode beargwöhnt, hat sich die Akupunktur damit fast schon zu einer sanften Standardtherapie bei chronischen Schmerzen entwickelt. In einer großangelegten Studie an über 45.000 Patienten untersuchten Kliniken, unter Leitung des Münchner Universitätsklinikums rechts der Isar, die Wirkung der Akupunktur. Die ersten Ergebnisse zeigten: Bei über 70 Prozent der Patienten ließen sich die Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen wirksam mit Akupunktur behandeln. Die von den teilnehmenden Ärzten dokumentierte Wirksamkeit war bei über 50 Prozent der Patienten gut, bei 20 Prozent sogar sehr gut. Interessant dabei: Bei den meisten Patienten trat die schmerzlindernde Wirkung der Akupunktur bereits nach der sechsten Behandlung ein.

Was ist Akupunktur

Es ist eine aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stammende Therapiemethode, bei der an genau festgelegten Punkten Nadeln unterschiedlich tief in die Haut eingestochen werden. Dadurch sollen Yin und Yang, die beiden Formen der Lebensenergie, reguliert und Blockierungen innerhalb des Organismus ausgeglichen bzw. einzelne Organsysteme angeregt oder beruhigt werden. Die Traditionelle Chinesische Medizin unterscheidet 14 Hauptmeridiane mit 361 Hauptakupunkturpunkten. Die Anfänge der Akupunktur reichen bis ca. 4.000 Jahre v. Chr. zurück und stellen ein umfassendes System der Diagnostik und Therapie dar. Bis in die heutige Zeit hinein gehören das zweibändige Lehrbuch des Gelben Kaisers aus der frühen Han-Dynastie (200 v. Chr.) sowie das Lehrbuch von Huang Fu-Mi (259 n.Chr.) zu den wichtigsten Werken der Akupunktur.

Wie wirkt Akupunktur

Mit Nadeln werden einzelne Punkte des Körpers bis in das Unterhautgewebe gereizt, um Krankheiten zu heilen oder Schmerzen zu lindern. Besonders in der Schmerztherapie können mit Hilfe der Akupunktur gute Erfolge erzielt werden. Im Laufe der traditionellen Entwicklung der Akupunktur fand man heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Akupunkturpunkten und Organen bzw. körperlichen Funktionen gibt. Einzelnen Punkten am Körper konnten so bestimmte Krankheitssymptome zugeordnet werden. Dabei fiel auf, dass alle Punkte, die dem gleichen Organ zugeordnet wurden, auf einer gedachten Linie lagen. Insgesamt gibt es zwölf dieser Linien, die Meridiane genannt werden. Nach der chinesischen Akupunkturlehre ist der Mensch dann gesund, wenn seine Energien in einem harmonischen Gleichgewicht durch seinen Körper fließen. Je nach Krankheitsbild werden bestimmte Akupunkturpunkte auf den Meridianen mit Nadeln gereizt. So sollen Nerven und Organe direkt beeinflusst werden und der gestörte Energiefluss wieder in ein harmonisches Gleichgewicht kommen.

