Alles unter einem Dach


Gesundheitsstandort Bad Godesberg gewinnt Profil
Von Hans D. Rieveler
Bad Godesberg entwickelt sich immer mehr zum Gesundheitsstandort. Seit Anfang des Jahres haben sich Ärzte und Therapeuten der verschiedensten Fachrichtungen zum Godesberger Therapie-Zentrum zusammengeschlossen.
Dazu gehören die Praxisgemeinschaft für Physiotherapie von Katrin Stützer und Susanne Schild, die Praxis für physikalische und rehabilitative Medizin von Bernhard Dregger sowie die Praxis für Ergotherapie von Ulrike Montasser. Kurt Schöppe bringt die Praxisklinik für Orthopädie, die er seit vier Jahren zusammen mit seinem Doktorvater Professor Klaus-Peter Schulitz leitet, in das Projekt ein.
Alle Therapeuten legen Wert darauf, dass es sich bei den am Therapie-Zentrum beteiligten Einrichtungen um eigenständige Praxen handelt. Die enge Zusammenarbeit der medizinischen Experten ermögliche es jedoch, die Fachkompetenz zu bündeln und so dem Patienten besser gerecht zu werden.
Zum Team der Praxisklinik für Orthopädie in der Moltkestraße 44-46 gehört seit neuestem auch Carola Schmidt-Grünes, Expertin für orthopädische Neurologie. Schon jetzt deckt die Klinik fast das gesamte Spektrum der diagnostischen, konservativen und operativen Orthopädie ab. In Kürze werden Spezialisten für Rheumachirurgie und Neurochirurgie folgen.
Auch biomolekulare Orthopädie wird in Kürze in enger Zusammenarbeit mit Professor Peter Wehling und Professor George Evans von der amerikanischen Stanford University angeboten. Wehling und Evans haben zusammen die Orthokin-Therapie entwickelt, ein raffiniertes Verfahren, bei dem Entzündungs-Hemmstoffe, die von bestimmten weißen Blutkörperchen gebildet werden, dem Patienten entnommen, in einem Speziallabor auf fast das Hundertfache vermehrt und dem Patienten anschließend direkt in das betroffene Gelenk oder an die Wirbelsäule - bei Ischiasbeschwerden - gespritzt werden.
Die Orthokin-Therapie wird in Bonn ausschließlich vom Godesberger Therapie-Zentrum angeboten.
Die von Bernhard Dregger geleitete Praxis in den Räumen des ehemaligen Reichmann-Training an der Koblenzer Straße bietet die ambulante Rehabilitation aller Krankheitsbilder aus dem orthopädischen, unfallchirurgischen, neurologischen und kardiologischen Bereich. Spezialitäten sind zum einen die medizinische Kräftigungstherapie mittels des in Florida entwickelten Med-X-Systems, einer speziellen Behandlungsmethode für Rückenschmerz-Patienten, durch die, so Dregger, etwa 80 Prozent der Patienten eine deutliche Schmerzlinderung verspüren.
Zum anderen die Osteopathie, ein sanftes Verfahren zur Linderung der Beschwerden von chronischen Schmerzpatienten. Dieses Verfahren wurde schon 1890 in den USA entwickelt, so Dregger, und sei dort und in vielen anderen Ländern seit vielen Jahren mit großem Erfolg angewendet worden. Seit neuestem werde diese Therapieform auch in Deutschland immer populärer.
Die Praxisgemeinschaft für Physiotherapie von Katrin Stützer und Susanne Schild hat die Krafttrainingsmaschinen von ehemals Reichmann-Training erworben und setzt sie erfolgreich zur Therapie und zum Muskelaufbau ein. Diese neue Behandlungsform der "Krankengymnastik am Gerät" ist von allen Krankenkassen anerkannt. Therapiert werden vorwiegend Patienten aus dem orthopädischen und rehabilitativen Bereich.
Die Arbeitsschwerpunkte der Ergotherapeutin Ulrike Montasser sind die neurologische Rehabilitation von Schlaganfallpatienten sowie Patienten mit Hirntumoren, Parkinson, Multipler Sklerose oder Schluckstörungen. Auch Kinder mit Entwicklungsstörungen werden hier erfolgreich behandelt.
Generalanzeiger Bonn, 16.07.2003
