Neue Partnerschaft im Godesberger Therapiezentrum
Von Nicola Pfitzenreuter
Mit Pasha-Catheter und IDET-Verfahren kann das Ärzteteam der Praxisklinik für Orthopädie auch Patienten mit schweren orthopädischen Erkrankungen helfen.
Mit der neuen Partnerschaft von Dr. med. Kurt Schöppe und Omar Omar-Pasha stellt sich das Zentrum für Orthopädie den wachsenden Anforderungen an die orthopädischen Operationstechniken. Das Ärzteteam, zu dem auch Schöppes Doktorvater Prof. Dr. med. Klaus Peter Schulitz gehört, vereint in seiner Praxisklinik für spezielle orthopädische Chirurgie und Wirbelsäulenerkrankungen Diagnostik, konservative (nichtoperative) und modernste Therapieverfahren unter einem Dach.
Mit dem Deutsch-Syrer Omar Omar Pasha, der in Köln, Freiburg und Hannover ausgebildet wurde und 15 Jahre Erfahrung in der Schmerz-Hand- und Fußchirurgie hat, holte sich Kurt Schöppe einen Partner in seine Praxisklinik, der nicht nur ein ausgesprochener Experte auf dem Gebiet der Rückenmarksbehandlung ist. Er hat außerdem mit dem Pasha-Catheter ein Instrument entwickelt, das einen bahnbrechenden Beitrag zur Behandlung chronischer Schmerzen leistet.
Im Einsatz gegen chronische Schmerzen
Alle vom Menschen empfundenen Schmerzen werden vom Rückenmark aus an das Gehirn weitergeleitet. Deshalb lag es für Omar Omar-Pasha auf der Hand, an der Stelle anzusetzen, von wo aus der Schmerz umgeleitet wird: am zentralen Rückenmark.
Stimulation der Nerven durch Pasha-Catheter
Der neue Pasha-Cath ist ein Katheter mit eingelegten Elektroden, die die Stimulierung der Nerven und des Rückenmarks ermöglicht. Je nach Erkrankung können entzündungshemmende, abschwellende oder Narben lösende Medikamente injiziert werden. Dies ist jedoch eher die Ausnahme.
Die genaue Lage des Katheters wird durch eine schmerzlose Stimulation (wie ein leichtes Kribbeln) und unter Durchleuchtung festgestellt. Die Elektroden geben gepulsten Hochfrequenzstrom direkt an das Rückenmark ab. Wie bei einer Impfung wird das Rückenmark nun angeregt, um selbst schmerzhemmende Substanzen zu bilden. Der wesentliche Vorteil des Pasha-Cath ist die Verwendung des gepulsten Stroms. Die kurzen Pausen zwischen den Stromstößen geben dem Gewebe genügend Zeit, immer wieder abzukühlen und sich nicht zu überhitzen. Auf diese Weise bleiben Gewebe und Nerven erhalten und werden nicht - wie bei manchen anderen Verfahren - angegriffen oder gar zerstört.
Nach dem Eingriff direkt nach Hause
Nach etwa 30 bis 60 Minuten ist der Eingriff zu Ende und die Elektrode wird entfernt. Die minimal-invasive Behandlung mit dem Pasha-Cath wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Patient ist nicht bettlägerig und kann meist sofort nach Hause gehen. Der Behandlungserfolg hält im Durchschnitt ein bis zwei Jahre an.
Geeignet ist der Pasha-Catheter für ein breites Spektrum an Schmerzpatienten. Er ist sowohl bei Rücken- und Beinschmerzen als auch bei Nervenschmerzen einzusetzen. Hierzu zählen Ischialgie, Lumbalgie, nicht operationsfähige Bandscheibenbeschwerden, Gürtelrose, in den Hinterkopf oder Arm ziehende Schmerzen und Schmerzzustände nach anderen Operationen, auch an Wirbelsäule und Bandscheiben.
Risikoarme Behandlung
Die Behandlung ist risikoarm und Komplikationen sind bei sterilem Vorgehen äußerst selten. Bis jetzt wurden weltweit über 500 Patienten mit dem Pasha-Cath behandelt - mit großem Erfolg. Allein Omar Omar-Pasha hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit Kurt Schöppe rund 300 Patienten von ihren Schmerzen befreit.
Während sich Omar Omar-Pasha den Schwerpunkt Rückenmark gesetzt hat, konzentriert sich Kurt Schöppe vor allem auf die Therapie der Bandscheibe. Bei Patienten mit Rückenschmerzen ohne Lähmung und schon länger bestehenden Veränderungen der Bandscheibe wendet der Orthopädie-Spezialist die IDET- Therapie (intradiskale elektrothermale Therapie) an. Oft zeigt sich das Krankheitsbild erst viel später, so Kurt Schöppe. Manchmal fällt ein Bandscheibenvorfall erst nach fünf bis zehn Jahren auf.
Therapie der Bandscheibe mit IDET-Verfahren
Mit zunehmendem Alter oder durch Verletzungen können sich Spalten und Risse im äußeren Faserring einer Bandscheibe entwickeln. Durch das Einwachsen von Blutgefäßen und Nervenenden bilden sich in der Bandscheibe spezielle Entzündungseiweiße, die dann zu chronischen Schmerzen führen. Als Folge dieses Dauerstresses für die Bandscheibe können Entzündungen auf die Nervenwurzeln übergehen, die wiederum den Beinschmerz auslösen.
Verschweißen von Bandscheibenrissen
Die IDET- Therapie mit dem Hitzekatheter ist eine minimal-invasive Behandlungsmethode für degenerative Bandscheibenerkrankungen. Der Patient ist nur örtlich betäubt, während der Arzt den Katheter mithilfe einer Punktionsnadel unter Monitorsicht gezielt platziert. Der Katheter erzielt durch schrittweise Wärmezufuhr eine Veränderung des Kollagengewebes und verdickt dessen Struktur. Durch das Kollagen verschweißen die Bandscheibenrisse und die Nerven werden gleichzeitig verödet. Wichtig ist, dass die kontrollierte Wärmeenergie nur dorthin gelangt, wo sie gebraucht wird - im hinteren Teil der Bandscheibe. Angrenzende Nerven werden somit nicht geschädigt. Nach rund 17 Minuten ist die Behandlung abgeschlossen, Nadel und Katheter werden entfernt und die Einstichstelle wird mit einem kleinen Pflaster versorgt.
Große Behandlungserfolge
Kurt Schöppe ist ein wahrer Experte auf dem IDET-Gebiet. Er hospitierte schon während der Anfänge des Verfahrens in den USA und führte die Methode als einer der ersten Ärzte in Deutschland ein. Seit rund fünf Jahren behandelt er degenerative Bandscheibenerkrankungen mit diesem Katheter mit großem Erfolg. Während seiner regelmäßigen USA-Aufenthalte berichtet der Spezialist über seine durchweg guten IDET-Erfahrungen, da bei sachgerechtem und sterilem Vorgehen Infektionen und Komplikationen minimal sind.
Optimales Therapiespektrum
Egal, wie kompliziert die verschiedenen orthopädischen Beschwerden sind: Das Expertenduo Omar Omar-Pasha und Kurt Schöppe ergänzt sich so gut, dass es den Patienten ein optimales Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten bietet.
Die Philosophie der beiden Spezialisten ist ihr Programm: "Man sollte niemals aufgeben. Den Spruch 'Damit müssen Sie leben' sollte es in der Medizin nicht geben. In 90 Prozent der Fälle kann dem Patienten geholfen werden", so Omar Omar-Pasha. "Und genau das ist unser gemeinsames Ziel!", ergänzt sein Partner Kurt Schöppe.
Praxisklinik für Orthopädie
Godesberger Therapiezentrum (GTZ)
Dr. med Kurt Schöppe
Omar Omar-Pasha
Prof. Dr. med Klaus-Peter Schulitz
Moltkestraße 44-46
53 173 Bonn-Bad Godesberg
Telefon (0228) 38 630 60
E-Mail: orthopaedie@drschoeppe.de
Internet: www.ortho-bonn.de
Fotos: GTZ (9), Ontmed (1) |